Unser Geschäft

Fachgeschäft des Jahres 2021

Unsere Geschichte

Wie wir zum Erzgebirge fanden…

Ende der Sechziger Jahre war im Weihnachtsprospekt unseres Drogerie Grossisten Rauchermänner als Dekoration abgebildet. Da uns diese Figur gefiel, und Raucherkerzen schon in der Drogerie meines Grossvaters verkauft wurden, fragten wir den Hersteller des Prospektes an wo diese Figur zu erwerben sei. Diese Dekorationsfirma konnte uns ein paar Exemplare verkaufen, aber im folgenden Jahr  wurde der Weihnachts-Prospekt natürlich mit etwas Anderem dekoriert. Wir fuhren deshalb an die Frankfurter Messe und konnten dort Kontakt mit einem westdeutschen Importeur für erzgebirgische Volkskunst herstellen. Dort erfuhren wir auch, dass unser Rauchermann aus einer, heute im Erzgebirge eingebürgerten Fabrik in der Bundesrepublik stammte.

Da nur mit dem Einkauf von verschiedenen Rauchermännern die untere Exportlimite nach der Schweiz nicht erfüllt wurde, stockten wir die Bestellung mit ein paar Pyramiden auf. Kaum zu Hause ausgestellt waren die Produkte aus dem Erzgebirge schon verkauft. Also auf ein Neues an die Frankfurter Messe. Leider mussten wir uns Anfangs der 70er Jahre für einen neuen Importeur in der Bundesrepublik umsehen, da der bisherige Grossist das Waren aus dem Erzgebirge nicht mehr führte.

Nach einigen Jahren wurde dann der Schweizer Generalvertreter für Erzgebirgische Volkskunst von uns angefragt, ob wir die Produkte nicht direkt einkaufen können, was aber laut ihm mangels Umsatz in der Schweiz und fehlendem Einkaufskontingent in der DDR nicht möglich war. Nach einigen Jahre war unser Einkaufsvolumen beim Grossisten so angewachsen, dass wir die ersten auch für uns limitierte Spezialitäten wie Produkte von Wendt und Kühn, Walter Werner, Wolfgang Glöckner, Günter Leichsenring, Klaus Merten u.a. einkaufen konnten. Trotz wiederholten Anfragen bei der Demusa in Suhl und bei der DDR Botschaft in Bern konnten wir nicht direkt einkaufen, wir wurden aber eingeladen, zur Feier des 35. Jahrestages der DDR in Basel unsere Ware auszustellen. Da wir keine Bekannten in der DDR hatten und eine geführte Busreise durch die DDR nicht nach unserem Geschmack war, erhielten wir höchstens ein Visum zum Besuch der Leipziger Messe, wo wir aber als nicht Grossist und mangels Kontingent der Schweiz, nichts einkaufen konnten.

Anfangs achtziger Jahre bekamen wir Kontakt mit einer Familie in Olbernhau und so konnten wir 1986 zum ersten Mal die DDR besuchen und mit einem Besuchervisum auch den Kreis Leipzig verlassen. Verschiedene Versuche an der Leipziger Messe Waren direkt zu bestellen und über Grossisten ausliefern zu lassen führten zu keinem Ergebnis. Erst die Wende brachte den Umschwung und heute führen wir Erzgebirgische Volkskunst von über 200 Handwerkern und unser Sortiment ist durch den Erfolg von Verkaufsausstellungen an der Schweizer Mustermesse, an der Herbstwarenmesse und am Weihnachtsmarkt in Basel auf über 6000 Artikel angewachsen. Die Bekanntheit des Erzgebirges und ihrer Volkskunst wurde durch die Mitwirkung von verschiedenen Handwerkern, die an unseren Verkaufs Austellungen die Herstellung ihrer Produkte demonstrierten und selbst verkaufen konnten, enorm gefördert.

Da wir seit 2018 aus gesundheitlichen Gründen unserer Mithelfer und aus Altersgründen am Basler Weihnachtmarkt nicht mehr teilnehmen konnten, wird nun neben den monatlichen Öffnungszeiten zur Zeit des Basler Weihnachtsmaktes unser Geschäft an der Bachlettenstrasse durchgehend bis am Heilig Abend geöffnet bleiben. Ebenso wurde der Verkauf durch die Vorstellung von Artikeln von verschiedenen Handwerkern, deren Neuheiten, Sortimentsartikeln und Raritäten auf unserer Homepage ermöglicht.

Unser erster Rauchermann

Die Hasen sind los

Dass der Osterhase keine Eier legt, und auch nicht im Geringsten eine Ahnung vom Eiermalen hat, weiss heute bald jedes Kind. Viele der Osterbräuche, wie zum Beispiel das Eier färben, den Osterbäum oder Strauch schmücken, das Osterwasser und das Osterbrot, stammen aus vorchristlicher Zeit. Woher aber die Angewohnheit stammt den Hasen wie Menschen aufrecht zu stellen und mit Kleidern auszustatten, ist vielleicht auf die Haltung vom Hasen zurückzuführen. In verschiedenen Schlössern in Tschechien und vor allem im Hasenzimmer und im Venussaal des Jagtschlosses von Kurfürst August I. auf der Augustusburg bei Chemnitz sind Hasen als Jäger und Angehörige des Hofes abgebildet. Von den Hasenbildern von Heinrich Göding, die 1572 fertiggestellt wurden sind heute leider nur noch deren 25 erhalten. Nicht weit von der Augustusburg entfernt finden wir in Hammerleubsdorf einen der ersten Hersteller von Osterhasen, der leider nicht mehr vorhanden ist. Auch Grete Wendt hat eine Reihe von Hasen und Hasenmusikanten in den dreissiger Jahren entwickelt. Nach der Wende in der DDR haben sich viele Handwerker wieder dem Osterthema zugewandt und so fertigt heute fast jeder Drechsler “seinen” Osterhasen.

Heute stammen die Hasen aus der Werkstätte Leichsenring aus Seiffen, von Gero Steglich aus Steina, von Matthias Hillig aus Görbersdorf,  von Björn Köhler aus Eppendorf, von Torsten Martin aus Klein Hartmannsdorf, von Günter Reichel aus Pobershau, von Günter Bärsch aus Olbernhau und von Renate Zeidler aus Seiffen.